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Personalsuche vor dem Hintergrund der verschiedenen Intelligenzformen

Personalsuche vor dem Hintergrund der verschiedenen Intelligenzformen
Der Intelligenzquotient (IQ) hält in der Regel als Kriterium her, um die Kompetenzen eines Menschen zu bewerten. Dabei ist längst bekannt, dass die emotionale Intelligenz für den Unternehmenserfolg mindestens genauso wichtig ist.

Die Fähigkeit zu kommunizieren, zuzuhören und andere Menschen und Dynamiken in einer Gruppe zu verstehen bringt ein Unternehmen deutlich weiter voran als eine irgendwie wissenschaftlich ermittelte Kennzahl, die den zwischenmenschlichen Austausch völlig außen vor lässt.

Aber wäre es nicht am Ende dennoch auch zu restriktiv, auf ein Entweder-Oder zwischen IQ und EQ zu bestehen?

Die menschliche Intelligenz ist vielschichtig

Der amerikanische Psychologe Howard Gardner hat die Alleinmacht des IQ infrage gestellt und gezeigt, dass es eine ganze Palette an Intelligenzen gibt und nicht nur eine einzige Form. In einer ersten Veröffentlichung seiner Schriften im Jahre 1983 führt er 8 Formen von Intelligenz auf, die er in der zweiten Auflage 1993 um eine neunte Form ergänzt.

Diese 9 Intelligenz-Formen, die Gardner ermittelt hat, sind bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt:

🗨️ Linguistische oder verbale Intelligenz

Dabei handelt es sich um die Fähigkeit einer Person, sich mündlich auszudrücken und komplexe Gedanken auf eine einfache Art zu formulieren sowie präzise Worte zu verwenden, um die eigenen Gedanken nuanciert zu vermitteln.

🔢 Logische und mathematische Intelligenz

Dies ist die Fähigkeit zu rechnen, zu messen und abstrakte Probleme zu lösen. Sie verleiht einem Individuum eine große Analyse- und argumentative Fähigkeit.

👀 Räumliche und visuelle Intelligenz

Durch sie ist ein Individuum in der Lage, sich in einem dreidimensionalen Raum zu verorten und seinen Weg zu finden.

💃 Körperliche Intelligenz

Es handelt sich um die Fähigkeit, mit seinem eigenen Körper zu denken. Menschen, die über eine hohe körperliche Intelligenz verfügen, können über ihre Körpersprache Emotionen übertragen.

🎵 Musikalische Intelligenz

Hierbei geht es um die Beherrschung der melodischen und rhythmischen Eigenheiten einer Sprache. Die musikalische Intelligenz ermöglicht es, sich mühelos in einer Fremdsprache auszudrücken und die richtige Betonung in das eigene Sprechen zu integrieren.

👥 Zwischenmenschliche Intelligenz

Dies ist die Fähigkeit, gute Beziehungen zu seinem Umfeld zu unterhalten. Diese Form der Intelligenz erleichtert dank empfundener Empathie die Verständigung mit anderen und den Kontakt mit ihnen.

👑 Innermenschliche Intelligenz

Dies ist die Selbstkenntnis eines Menschen. Die Person kennt ihre Gefühle, ihre Stärken und ihre eigenen Grenzen und übt sich in einer gewissenhaften Selbstreflexion.

🍂 Naturalistische Intelligenz

Sie bezeichnet die Sensibilität eines Individuums gegenüber seiner Umwelt. Diese Form der Intelligenz erlaubt es ihm, Objekte zu erfassen.

❓ Existenzielle Intelligenz

Dies ist die Fähigkeit, den Sinn und den Ursprung der Dinge zu hinterfragen. Diese Form der Intelligenz wird auch als „spirituell“ bezeichnet und ermöglicht es, die Grenzen der eigenen Lebenswelt zu schätzen und moralische Regeln aufzustellen.

Die Welt der Bildung als Vorreiter

Auch wenn Gardners theoretische Einlassungen bislang noch nicht experimentell untermauert worden sind, haben sie doch bereits in der Welt der Bildung konkret Anwendung gefunden. Zahlreiche Schulen und Bildungseinrichtungen haben sie zur Grundlage genommen, um das Selbstverständnis ihrer Schüler zu stärken und spielerische Aktivitäten zu entwickeln.

 

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Eine Intelligenz = ein Beruf?

Diese Einteilung der Intelligenz in verschiedene Formen bringt eine ganz eigene Typologie der Berufe mit sich.

Für jede Intelligenzform lassen sich konkrete Beispiele für passende Berufe finden.

Die Idee ist dabei nicht, eine Intelligenz zu stärken und die anderen zurückzudrängen. Vielmehr wird eine bestimmte Intelligenz in einem konkreten Beruf stärker benötigt als andere. In den meisten Berufen sind dennoch mehrere Formen von Intelligenz gleichzeitig nötig.

📍 Die linguistische Intelligenz ist für Übersetzer, Anwälte, Lehrer und Journalisten wichtig.

📍 Die logische und mathematische Intelligenz ist für Statistiker, Informatiker und Ärzte nützlich.

📍 Die räumliche Intelligenz ist für Architekten, Flugpiloten, Regisseure und Zimmerer von Bedeutung.

📍 Auf körperliche Intelligenz kommt es im Leistungssport, in künstlerischen Berufen, für Schauspieler und für Chirurgen an.

📍 Die musikalische Intelligenz ist für Musiker und Komponisten unabdingbar.

📍 Zwischenmenschliche Intelligenz wird von Händlern, Lehrern und Sozialarbeitern erwartet.

📍 Die innermenschliche Intelligenz nützt bei Berufen, die anderen Menschen Hilfestellungen geben, sowie bei Psychologen und Schriftstellern.

📍 Die naturalistische Intelligenz ist für Landwirte, Forstarbeiter, Archäologen und Botaniker hilfreich.

📍 Die existenzielle Intelligenz ist grundlegend für Pfarrer und andere Geistliche.

 

Gardners Theorie wird nicht unkritisch gesehen. Häufig angemahnt wird, dass es an einer Hierarchie der verschiedenen Intelligenzformen fehlt. Ist die existenzielle Intelligenz eventuell bedeutsamer als die mathematische?

Anzunehmen ist darüber hinaus, dass Defizite in sprachlicher, räumlicher oder zwischenmenschlicher Intelligenz Konsequenzen im Alltagsleben haben werden, während Lücken bei der musikalischen oder naturalistischen Intelligenz nur im Berufsleben ein Hemmnis darstellen können.

 

Für jede Intelligenz ein eigenes Vorgehen im Bewerbungsverfahren?

Die Vielfalt der Intelligenzformen – die alle je nach Beruf ihre Nützlichkeit haben – zwingt Personaler, auch bei der Auswahl auf verschiedene Instrumente zu setzen.

Ein Unternehmen wird natürlich immer möglichst einen Manager mit einer hohen eigen- und zwischenmenschlichen Intelligenz sowie einen Architekten mit einer hohen räumlichen Intelligenz einstellen. Aber wie findet es den jeweils passenden Bewerber?

Die Bewertung der Intelligenz muss als eine Art Zusatz zu den bereits existierenden Instrumenten eines Bewerbungsverfahrens begriffen werden. Der Lebenslauf und das Bewerbungsgespräch vor Ort oder per Video haben weiterhin ihren festen Platz, um die Eignung eines Bewerbers festzustellen, könnten aber durch innovative Lösungen ergänzt werden, die es ermöglichen, die verschiedenen für einen Posten notwendigen Formen der Intelligenz abzufragen und zu testen.

Mit dem zeitversetzten Video-Interview lässt sich zum Beispiel die linguistische Intelligenz eines Kandidaten bewerten. Geht es um die Besetzung eines Vertriebspostens, kann der Personalverantwortliche etwa die Redegewandtheit und die Fähigkeit, andere Menschen zu überzeugen, bewerten.

Große Unternehmen organisieren Hackathons, um künftige Talente herauszufiltern. Diese Art der Rekrutierung ermöglicht es, die logische Intelligenz hervorzuheben, aber auch die zwischenmenschliche, da die Kandidaten in Teams arbeiten müssen, um Erfolg zu haben.

Noch origineller gehen andere Unternehmen vor, die ihre Bewerber zu einem Escape Game einladen und so die räumliche und körperliche Intelligenz auf eine spielerische Art und Weise bewerten.

Indem Unternehmen die benötigten Intelligenzformen für einen Posten klar definieren und ihren Auswahlprozess entsprechend anpassen, können sie die Qualität der Personalsuche verbessern.

Noch dazu entstauben sie nebenbei ihre Arbeitgebermarke und bieten einen originellen und innovativen Auswahlprozess.

Die verschiedenen Formen der Intelligenz sind für die Personalabteilung eines Unternehmens eine Herausforderung. Werden Sie sie meistern?

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